Mail-Roundtrip-Monitoring
Merke, wenn dein Mailserver nicht mehr zustellt. Auch wenn er erreichbar ist.
Ein Mailserver kann online sein und trotzdem keine einzige Mail zustellen. Port 25 und 465 antworten, das Zertifikat ist gültig, jeder Port- und SSL-Check ist grün. Und doch kommen Rechnungen, Passwort-Links und Kundenanfragen nirgends an: weil die DNSSEC-Validierung fehlschlägt, weil die IP auf einer Blacklist steht, weil der Provider Port 25 gesperrt hat oder weil die Queue hängt. Das fällt meistens erst auf, wenn sich jemand beschwert, dass seit Tagen nichts mehr ankommt. Der Mail-Roundtrip prüft deshalb nicht, ob der Server antwortet, sondern ob eine Mail tatsächlich ankommt.
So funktioniert's
Du hinterlegst die Zugangsdaten deines SMTP-Servers und eines Empfangspostfachs bei einem externen Anbieter, zum Beispiel web.de oder GMX. Bei jeder Prüfung sendet UptimeAlien eine Testmail mit einem eindeutigen Token über deinen Server und fragt das Empfangspostfach alle 30 Sekunden per IMAP ab, bis die Mail auftaucht oder der Timeout abläuft. Landet sie im Posteingang, ist der Monitor online. Braucht sie länger als die von dir gesetzte Schwelle oder landet sie nur im Spam-Ordner, gilt er als beeinträchtigt. Kommt sie gar nicht an oder lehnt dein SMTP-Server ab, ist er offline. Die Testmail wird nach dem Fund gelöscht, so bleibt das Postfach sauber.
Wann du es nutzt
- Eigene Mailserver mit Postfix, Exim oder Mailcow
- Transaktionsmails aus Shops und Webanwendungen über einen eigenen SMTP-Server
- Mailserver mit DNSSEC, bei denen eine abgelaufene Signatur die Zustellung stoppt
- Blacklisting erkennen, bevor es deine Kunden tun
- Relays und Smarthosts, deren Queue hängen bleiben kann
- Zustellbarkeit nach Änderungen an DNS, SPF oder DKIM im Blick behalten
Was du bekommst
Zustelldauer als Verlauf, den Ordner, in dem die Mail ankam, und eine klare Meldung, ob Versand oder Empfang gescheitert ist.
Beispiel
mail.example.com:465 → probe@web.de
Warum Port- und SSL-Checks hier nichts sehen
Ein TCP-Check auf Port 25 sagt dir, dass der Server Verbindungen annimmt. Ein SSL-Check sagt dir, dass das Zertifikat gültig ist. Beides sagt nichts darüber, ob die Mail, die dein Server gerade angenommen hat, beim Empfänger ankommt. Die typischen Zustellfehler passieren erst danach: Der empfangende Server verwirft die Mail, weil die DNSSEC-Kette deiner Domain nicht validiert, weil deine IP auf einer Blacklist gelandet ist oder weil SPF und DKIM nicht mehr passen. Oder dein Server nimmt die Mail an und schickt sie nie ab, weil die Queue hängt. Das sieht nur ein echter Zustelltest.
Das richtige Empfangspostfach
Das Empfangspostfach sollte bei einem anderen Anbieter liegen als dein Mailserver, sonst prüfst du nur die interne Zustellung. Gut geeignet sind große Freemail-Anbieter wie web.de oder GMX: Sie validieren DNSSEC, filtern streng und verhalten sich damit wie die Postfächer deiner Kunden. Bei beiden muss in den Postfach-Einstellungen der POP3/IMAP-Abruf aktiviert sein. Weil Freemail-Anbieter auf zu häufige Logins mit Drosselung reagieren, liegt das Mindestintervall bei 15 Minuten. Empfohlen ist eine Prüfung pro Stunde.
Spam ist kein Ausfall, aber ein Warnsignal
Kommt die Testmail nur im Spam-Ordner an, funktioniert die Zustellung technisch, aber die Reputation deines Servers leidet. UptimeAlien meldet das als beeinträchtigt und nennt den Ordner, damit du reagieren kannst, bevor aus dem Spam-Ordner eine Ablehnung wird. Dasselbe gilt für langsame Zustellung: Braucht die Mail länger als die von dir gesetzte Schwelle, ist das oft das erste Zeichen einer volllaufenden Queue oder einer Drosselung beim Empfänger.
Häufige Fragen
Welche Zugangsdaten brauche ich?
Für den Versand die SMTP-Zugangsdaten deines Mailservers (Port 465 mit TLS oder 587 mit STARTTLS), für den Empfang die IMAP-Zugangsdaten eines Postfachs bei einem externen Anbieter. Die Empfangsadresse ist der IMAP-Benutzername.
Wie werden die Passwörter gespeichert?
Verschlüsselt mit AES-256-GCM. Sie werden nur für den Zustelltest entschlüsselt, nie angezeigt und nie an den Browser gesendet. Beim Bearbeiten bleiben die Passwortfelder leer; lässt du sie leer, bleibt das gespeicherte Passwort unverändert.
Bleiben die Testmails im Postfach liegen?
Nein. Die Testmail wird gelöscht, sobald sie gefunden ist. Bricht ein Lauf ab, räumt eine spätere Prüfung übrig gebliebene Testmails auf, die älter als 24 Stunden sind.
Was passiert, wenn das Empfangspostfach selbst ein Problem hat?
Schlägt der IMAP-Login fehl, meldet der Monitor das ausdrücklich als Problem des Empfangspostfachs und nicht des geprüften Mailservers. So suchst du nicht an der falschen Stelle.
Kommt der Alarm an, wenn mein Mailserver ausfällt?
Nicht per E-Mail, wenn dein Alarm-Postfach auf genau diesem Server liegt. Aktiviere für diesen Monitor deshalb zusätzlich einen anderen Kanal, etwa PushPig, Discord oder Telegram.
Kann ich die Einstellungen vorher testen?
Ja. Mit „Jetzt testen“ im Formular läuft ein einzelner Roundtrip, und du siehst live, wie die Mail versendet wird und nach wie vielen Sekunden sie in welchem Ordner ankommt.
